Massentransporte und Massenverteilungen im System Erde  
    Predicted geocenter motion due to glacial-isostatic adjustmentAbschätzung der durch glazial-isostatische Anpassung bedingten Geozentrumsbewegung  
 

 

Abschätzung der durch glazial-isostatische Anpassung bedingten Geozentrumsbewegung

Die glazial-isostatische Anpassung (GIA) beschreibt die Deformationen des Erdkörpers, die durch die sie belastenden Eisschilde verursacht werden. Diese bedeckten während des Pleistozäns wiederholt weite Teile Nordamerikas und Europas. Aufgrund ihrer Größe -- Mächtigkeiten von einigen Kilometern, Ausdehnungen über tausende Kilometer --, ihrer Dauer -- 100.000 Jahre -- und den viskosen Eigenschaften des Erdmantels wirkt sich dieser Prozess immer noch als Bewegung der Erdoberfläche und auf den Meeresspiegel aus.

 

In Klemann & Martinec (2009) wird die GIA bedingte Geozentrumsbewegung untersucht, wobei sie als mittlere Bewegung der Erdoberfläche gegenüber dem Massenzentrum verstanden wird. Diese Bewegung ist von zentraler Bedeutung, will man verschieden geodätische Referenzsysteme miteinander vergleichen. Der vorhergesagte Beitrag von GIA zu dieser Bewegung besteht in einer konstanten Bewegung die bezüglich des betrachteten Parameterraumes zwischen 0.1 und 1 mm/yr variieren kann, dabei aber unabhängig von der gewählten Parametrisierung Richtung NO Kanada weist. Es konnte gezeigt werden, dass der die Bewegung beeinflussende Hauptfaktor die Viskosität des unteren Erdmantels darstellt.

 

Den Hauptanteil an der beobachteten Bewegung machen jedoch saisonale und subsaisonale periodische Bewegungen mit Amplituden von einigen mm/yr aus, die durch Prozesse in der Atmosphäre und im Ozean angetrieben werden. Die Beobachtung des im Vergleich dazu kleinen Beitrages durch GIA stellt eine Herausforderung dar, die durch das globale geodätische Beobachtungssystem (GGOS) in den nächsten Jahren zu bewältigen ist.

Abbildung:

Referenz:

Klemann, V.; Martinec, Z. (2009): Contribution of glacial-isostatic adjustment to the geocenter motion, Tectonophysics, doi:10.1016/j.tecto.2009.08.031. (online, in press)